Guadalajara, Mexico
November 15, 2010 – November 25, 2010
Guadalajara
Von Baja aus hatte ich geplant, die Fähre zum mexikanischen Festland zu nehmen. Ich wollte Richtung Norden und einen Zug nehmen, der durch den Kupfercanyon fuhr, einem Gebirge mit riesigen Canyons, angeblich mit dem Grand Canyon vergleichbar. Wahrscheinlich hätte ich das auch gemacht, hätte ich nicht Felix getroffen.
Der Bayer, der mit uns auch das Auto in Baja gemietet hatte, hatte diesen Zug genommen. Er erzählte wie er in diesem Zug 12 Stunden lang unterwegs gewesen war und den Canyon für lediglich 10 Minuten zu Gesicht bekam. Auf seinen Fotos sah der Graben dazu extrem unspektakulär aus und sei mit dem Grand Canyon, den ich wenige Wochen zuvor gesehen hatte, nicht vergleichbar. Zudem erzählte er, dass er eine sehr günstige Fluglinie kannte, die von Baja nach Guadalajara flog. Für nicht einmal 100 Dollar und 2 Stunden Flug, und damit weit weniger als der Kupfercanyon und Fähre zusammen. Da Guadalajara danach ohnehin die nächste Station gewesen wäre, entschieden wir uns zusammen zu fliegen. Wir verabschiedeten uns von Viktor und Vanessa, den Gefährten der letzten Station und brachen auf.
In Guadalajara, der zweitgrößten Stadt Mexikos verbrachte ich eine Zeit, die vor allem von den Menschen, die ich dort traf, geprägt war:
- Ich traf Mandy, eine Freundin aus der Schulzeit, die dort gerade ihr Auslandssemester verbrachte.
- Mit ihr und Felix fuhren wir nach Tequila, dem Geburtsort des Tequila. Wir erfuhren wie Tequila angebaut wurde und was guten Tequila ausmacht (Laut den Mexikanern ist der Sierra Tequila, den man in Deutschland am leichtesten kriegt, eines der abscheulichsten Tequilas überhaupt. Jose Cuervo, den es gelegentlich auch gibt, sei einer der Besten). Wir erfuhren außerdem wie die traditionell als Familienunternehmen gestarteten Tequilafirmen immer mehr an internationale Großinvestoren verkauft werden - eine interessante Entwicklung aus Sicht eines International Business Studenten mit vielen Pros und Contras.
- Wir lernten die Besitzer unseres Hostals kennen, das erst vor wenigen Monaten eröffnet hatte. Die Jungs waren sehr interessiert an unserer Analyse ihres Hostals. Wir redeten viel über die Business-Seite eines Hostals und was man wie am besten managed.
- Da Guadalajara eher eine typisch mexikanische Stadt war, anders als das touristische Baja California zuvor, gab es hier jede Menge interessanter Einblicke in mexikanisches Leben! (s. Fotos)
- Das besondere Highlight in Guadalajara war dann Aracely. Aracely war eine Malerin und Designerin aus der Gegend, die mich einlud für eine Woche mit ihr zu wohnen. Sie lebte ein einfaches, aber inspirierendes Leben, das von Zufriedenheit nur so sprudelte. Sie lebte vor, dass man zum Glücklichsein vielleicht wirklich nur die zwei Dinge braucht:
1. Savoir-Vivre - "Das Wissen zu leben", mit gutem Essen, guter Musik, guten Freunden, Liebe, etc. aber ohne viel Schnickschnack, der den Kopf grundlos beschäftigt.
2. Selbstbewusstsein, was daraus entsteht, dass man sich herausfordernde Ziele setzt, und diese aus eigener Kraft und Willen erreicht. So erschafft man mit der Zeit ein imposantes Werk, das in Frank Sinatras "My Way" treffend beschrieben wird - den eigenen Weg.
Der Abschied war nicht leicht, ich wäre gern noch länger geblieben. Aber ich konnte auch etwas mitnehmen. Etwas von dem man sicher noch einige Jahre, wenn nicht sogar ein ganzes Leben zehren kann.
